Objekt

Archiv-ID:
3653
Objekt:
Theorie
Urheber:
Leonardo da Vinci
Titel:
Luftwiderstand
Datum:
1505
Status:
Hinweis
Beschreibung:

Seine erste Auffassung war: Durch den Niederschlag des Vogelflügels ergeben sich örtlich so starke Verdichtungen, daß die Luft trägt. Dabei müsse, die Geschwindigkeit des Flügelschlages größer sein als die, mit der die Luft diesen Druck auf die umliegenden Schichten weitergibt. Er folgt Aristoteles: Hinter einem bewegten Körper entsteht ein Vakuum, das den Körper voranstößt, da die Natur einen "horror vacui" (Abscheu vor dem Nichts) habe.
Mit fortschreitendem Erkenntnisproßeß sagt er nach 1505: Der Luftwiderstand mit entsprechenden Wirbeln hemmt die Vorwärtsbewegung. Er beschreibt die Stromlinienform, entdeckt die Relativität der Bewegung bei Strömungsvorgängen, nach der es gleich ist, ob sich die Luft oder der Tragflügel bewegt. Er erkannte, daß Flügelschläge zum Fliegen nicht erforderlich sind, da die relative Geschwindigkeit, die zum Fliegen notwendig ist, schon mit einem abwärts gleitenden, nicht bewegten Flügel erreicht werden kann. Er erkannte das "Zentrum des Luftwiderstandes" (Druckmittelpunkt der Tragfläche) und das "Gewichtszentrum" (Schwerpunkt) wie auch den Mittelpunkt des Körpervolumens. Dazu baute er die Vorrichtung zur Ermittlung des Schwerpunktes eines Vogels. Er beschrieb den Strömungsverlauf am Beispiel wirbelnder Staubteilchen bzw. Widerstandsversuchen in strömendem Wasser.
1. Wissmann, G.: Abenteuer in Wind und Wolken. Berlin 1988, S. 27 ff.; 2. Wissmann, G.: Geschichte der Luftfahrt. Berlin 1960, S. 37 f.
Siehe Gibbs - Smith, C. H.: Leonardo da Vincis Aeronautics. London 1967
Bildquelle: Quelle 2, S. 38